Paulo Coelho ist einer der meistverkauften und einflussreichsten Autoren der heutigen Welt. Seine Bücher – Der Alchimist, Die Pilgerreise, Die Walküren, Am Fluss Piedra setzte ich mich nieder und weinte, Der fünfte Berg, Veronika beschließt zu sterben, Krieger des Lichts und andere – haben sich in 117 Ländern mehr als 52 Millionen Mal verkauft und wurden in 41 Sprachen übersetzt. Coelho ist Mitglied der angesehenen brasilianischen Akademie für Literatur und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Chevalier de l’Ordre National de la Légion d’Honneur (Frankreich 1999) und den Crystal Award (World Economic Forum 1999).

„Sein Schicksal zu verwirklichen ist die

einzige Verpflichtung des Menschen.“

Auszug aus Der Alchimist

Coelhos bezaubernder Roman mit dem Titel Der Alchimist hat eine treue Fangemeinde auf der ganzen Welt inspiriert, und diese Ausgabe zum zehnten Jahrestag mit einer neuen Einführung des Autors wird diese Fangemeinde nur noch vergrößern. Diese Geschichte, die durch ihre kraftvolle Einfachheit und inspirierende Weisheit besticht, handelt von einem andalusischen Hirtenjungen namens Santiago, der von seiner Heimat in Spanien in die ägyptische Wüste reist, um einen in den Pyramiden vergrabenen Schatz zu suchen.

Auf seinem Weg trifft er eine Zigeunerin, einen Mann, der sich König nennt, und einen Alchemisten – sie alle weisen Santiago den Weg zu seinem Ziel. Niemand weiß, was der Schatz ist, oder ob Santiago die Hindernisse auf dem Weg überwinden kann. Doch was als Reise auf der Suche nach weltlichen Gütern beginnt, wird zu einer Entdeckung der inneren Schätze. Die üppige, stimmungsvolle und zutiefst menschliche Geschichte von Santiago ist ein ewiges Zeugnis für die verwandelnde Kraft unserer Träume und die Bedeutung des Hörens auf unser Herz.

„Paulo Coelho kennt das Geheimnis der

literarischen Alchemie.“

Kenzaburo Oe, Nobelpreisträger

für Literatur 1994

„Eine weise und inspirierende Fabel über die

Pilgerreise, die das Leben sein sollte.“

M. Scott Peck, M.D., Autor von

The Road Less Travelled

Es ist die Geschichte von Santiago, der von zu Hause aus aufbricht, um die Welt zu sehen. Der Junge, dessen Mission ihn quer durch die Kontinente führt, um den Alchemisten zu finden, ist in Wirklichkeit auf der Suche nach sich selbst und nach einem Grund für dieses Selbst.

Der Alchemist kann als symbolischer Text betrachtet werden, wie Coelho selbst im Vorwort des Romans erklärt: „Ich entdeckte, dass die symbolische Sprache, die mich so ärgerte und verwirrte, der einzige Weg war, um die ‚Seele der Welt‘ zu erreichen oder das, was Jung ‚das kollektive Unbewusste‘ nannte. Ich entdeckte die persönliche Legende und die Zeichen Gottes, Wahrheiten, die mein rationaler Verstand wegen ihrer Einfachheit nicht akzeptieren wollte. Ich entdeckte, dass die Verwirklichung des Meisterwerks nicht das Werk einiger weniger ist, sondern das eines jeden Menschen auf der Erde.“

Der Titel des Romans ist sehr symbolisch, denn „Alchemist“ bedeutet „die Kunst, Metalle zu verwandeln“. Das heißt, es handelt sich sowohl um eine Philosophie als auch um eine uralte Praxis, die sich auf den Versuch konzentriert, unedle Metalle in Gold zu verwandeln. Im weiteren Verlauf der Geschichte erfahren wir, dass Santiago mehr oder weniger den gleichen Prozess durchläuft und Weisheit und Reife erlangt. Kurz gesagt, seine Persönlichkeit und sein Leben verwandeln sich vollständig wie das eines Metalls, das den Prozess der Alchemie durchläuft.

Die Reise im Roman ist ein Symbol für Erforschung, Abenteuer, Entdeckung, Weisheit und Spiritualität. Die symbolträchtige, von Mythen durchdrungene Reise ist eine Aussage über persönlichen Reichtum und das Streben, seinen Träumen zu folgen. Aber auch, um in ihnen den Sinn der eigenen Existenz zu finden, den eigenen persönlichen Gott, den Samen tief im Inneren, der das Leben zu einer lebenswerten Sache macht.

Die Fähigkeit, „Omen“ zu beobachten und zu lesen, ist ein Schlüsselsymbol im gesamten Buch. So erkennt Santiago das Loch in seinem Beutel, aus dem Urim und Thummin in Tanger herausgefallen sind, als Omen, weil er dem alten König versprochen hatte, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und sie nicht von den Steinen treffen zu lassen. Als nächstes erkennt der Kristallhändler von Tanger Santiagos Anwesenheit in seinem Geschäft als Omen, als zwei Kunden eintreten und er die Kristalle für ihn reinigt. Später stellt Santiago fest, dass seine Reise in die Wüste ein gutes Omen war, da er dort Fatima – seine große Liebe – treffen konnte. Santiago liest auch Omen im Flug zweier Falken und hat eine Vorahnung eines Angriffs auf die Oase, da er sich in der Wüste Sahara befindet. Außerdem hat der Engländer einmal gesagt: „Alles im Leben ist ein Omen“, und so spielen gute und schlechte Omen im Verlauf des Romans eine wichtige Rolle bei der Entfaltung von Santiagos Schicksal.

Außerdem hat Coelho Figuren dargestellt, die im Roman als bedeutende Symbole fungieren. Die Figur des „Alchimisten“ wird nicht nur als einfacher Mensch gezeichnet, sondern hat eine symbolische Bedeutung für Wright – den Mann, der sich selbst, die Welt und die Religion versteht. Er symbolisiert die spirituelle Errungenschaft und das Verständnis der Weltseele.

Santiago symbolisiert eine einfache Wahrheit des Lebens, dass man es als eine Reise betrachten sollte, bei der man seine Prioritäten setzen muss. Und man sollte in der Lage sein, materielle Errungenschaften zu opfern, um geistige Reife und Wissen zu erlangen. So hatte der Junge im Laufe des Romans mehrere Gelegenheiten, seine Reise abzubrechen und sich niederzulassen, aber er zog es vor, weiterzuziehen, da er das Universum verstehen wollte, indem er aus erster Hand mit ihm kommunizierte. Diese Verbindung seiner Seele mit den Elementen seiner Natur verwandelte ihn in einen würdigen religiösen Menschen.

Der Engländer wollte die Geheimnisse des Universums durch Wissenschaft und Bücher erforschen. So symbolisiert Coelho ihn als den Mann Europas, einen Meister der Wissenschaft und des Wissens. Er repräsentiert den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt des Westens. Deshalb zieht er es im ganzen Roman vor, Bücher zu lesen und zu üben, anstatt aus erster Hand mit den Elementen der Natur zu kommunizieren.

Der „Stein der Weisen“ ist eine legendäre alchemistische Substanz, die angeblich unedle Metalle, insbesondere Blei, in Gold verwandeln kann. Manchmal glaubte man auch, dass er das Lebenselixier sei, mit dem man Unsterblichkeit erlangen könne. So war der Stein das zentrale Symbol der mystischen Terminologie der Alchemie und symbolisierte Vollkommenheit, Erleuchtung und himmlische Glückseligkeit. Dieses Symbol wurde im Roman nicht nur verwendet, um Santiagos Reife und Wissen zu verdeutlichen, sondern auch, um die Tatsache zu verdeutlichen, dass derjenige, der einen materialistischen Ansatz verfolgt, um das Lebenselixier zu erlangen, niemals in der Lage sein kann, es zu erlangen.

Die „persönliche Legende“ ist der Grund des Menschen zu leben. Alles auf der Welt hat eine persönliche Legende. Indem man seine persönliche Legende erreicht, trägt man zur Seele der Welt, zur Reinheit der Welt bei. Die Legende des Jungen ist offensichtlich: Er will seinen Schatz bei den ägyptischen Pyramiden finden.

Der Alchemist erfüllte seine persönlichen Legenden, die darin bestanden, ein wahrer Alchemist zu werden und das Meisterwerk zu vollbringen. Die Legende des Kristallhändlers ist es, Mekka zu besuchen, und die Legende des Tarifa-Bäckers ist es, die Welt zu bereisen. Die persönliche Legende eines Menschen taucht in der Kindheit auf, und man kann niemals wahres Glück finden, ohne sie zu erfüllen. So treibt Santiagos Legende ihn zu seinem Schatz, den er sich selbst ausgesucht hat, und den Alchemisten dazu, der meistgezüchtete Alchemist der Welt zu werden. Während andere, wie Tarifa Baker und der Kristallhändler, sich dafür entscheiden, ihre Legenden zu ignorieren und so ihr Leben so zu gestalten, dass sie für immer Mangel leiden.

Die Alchemie ist in diesem Roman das Symbol, das sich auf die gesamte Reise bezieht, die ein Mann unternimmt, um am Ende den Schatz zu erreichen. Es ist nicht nur der materielle Gewinn, sondern auch der geistige Gewinn. Der Alchimist im Roman ist also derjenige, der schon alle Mühen des Lebens hinter sich hat und seine Schätze erreicht hat,

Diese Entwicklung seiner Persönlichkeit ist an vielen Stellen des Romans zu erkennen; er bleibt in jeder noch so gefährlichen Situation immer so ruhig. Er kümmert sich nicht um die Verfügbarkeit von Lebensmitteln, er kümmert sich auch nicht um den Verlust von Geld oder Gold und nicht einmal um sein Leben. Denn er hat gelernt, dass, wenn wir entschlossen sind und uns entschließen, in unserem Leben voranzukommen, nichts anderes zählt – keine Hürde und kein Verlust!

Seine gleichgültige Haltung gegenüber rein materialistischem Gewinn lässt sich auch daran erkennen, dass er zwar sowohl den Stein der Weisen als auch das Lebenselixier besitzt, sie aber nicht für materialistische Zwecke einsetzt, weil es für ihn nicht wichtig ist.

Die Bedeutung der Figur des Alchemisten im Roman und in Santiagos Leben zeigt sich darin, dass sein Eintritt zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem Santiago bereits viele Hürden überwunden und die Hälfte seiner Reise zurückgelegt hat. Symbolisch gesehen war der Alchemist eine Art göttliche Hilfe für ihn, was die Botschaft vermittelt, dass Gott nur denen hilft, die wirklich entschlossen sind.

Ohne die Hilfe von Alchemist hätte er nicht vorankommen können. Aber er half ihm, weil er begierig war, zu lernen und Erfolg zu haben, anders als der Engländer, der alles durch das Wissen aus seinen Büchern entdecken wollte. Santiago hingegen wollte alles durch Beobachten und Erleben entdecken. Deshalb führte er ihn und lehrte ihn viele Lektionen, wie zum Beispiel, dass das Leben das Leben anzieht und dass man die Sprachen der ganzen Welt und aller Wesen lernen muss, um das Leben zu verstehen. Er lehrte ihn auch, dass Liebe kein Hindernis ist, sondern Kraft, um voranzukommen, und dass wir im Leben einige Opfer bringen müssen, um unser Ziel zu erreichen. Aber wir sollten ihren Verlust nicht bedauern, denn am Ende ist der Erfolg wichtiger, und wir werden alles zurückbekommen, wenn wir unser Ziel erreicht haben.

Dies zeigt auch die strukturelle Bedeutung der Figur des Alchemisten im Roman. Nur durch seine Führung konnte Santiago lernen, mit der Natur zu kommunizieren; sein Selbstvertrauen wuchs und er erkannte am Ende, dass es keine große Sache ist, Gold zu verschenken, um sein Leben zu schützen. Schließlich war er in der Lage, seinen wahren Schatz zu finden, sowohl materiell als auch geistig. Diese Errungenschaft wurde nur durch die Führung des Alchemisten möglich. Ein entsprechendes Zitat aus dem Roman lautet: „Er war in der Lage, den Schatz seines Schicksals zu erlangen, indem er sein Schicksal auslebte“.

Zusammenfassend können wir sagen, dass der Autor neben anderen Techniken alle seine Figuren wunderbar dargestellt hat, indem er jeder Figur eine symbolische Bedeutung verlieh. Deshalb versteht der Leser durch die Charakterisierung die Themen, Symbole und Vorzeichen in diesem Roman.

Der Alchimist ist ein spannender Roman, der vor Optimismus strotzt; er sagt einem, dass alles möglich ist, solange man es nur wirklich will. Wie es im Roman heißt: „Wenn man etwas wirklich will, verschwört sich das ganze Universum immer zu deinen Gunsten.“

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