Je mehr ein Pferd schnaubt, desto glücklicher ist es, so eine neue Studie französischer Forscher.

Das Team unter der Leitung von Mathilde Stomp von der Université de Rennes hofft, dass messbare positive emotionale Reaktionen bei Pferden zu einer verbesserten Tierschutzpraxis führen könnten.

Die Forschung zielte darauf ab, positive Reaktionen von „geringer Intensität“ zu untersuchen, während frühere Tierstudien sich auf Reaktionen von „hoher Intensität“ konzentrierten, wie sie durch „soziales Spiel“ hervorgerufen werden.

Im Open-Access-Journal PLoS ONE erklärten Mathilde und ihre Kollegen, dass sie sich auf das „Schnauben“ von Pferden konzentrierten – das oft als Mittel zum Reinigen der Nase von Ablagerungen angesehen wird, aber anekdotisch mit „positiven Situationsveränderungen oder, wie bei Nashörnern, bei der Futtersuche“ in Verbindung gebracht wurde.

„In der vorliegenden Studie stellten wir die Hypothese auf, dass das Schnauben als Ergebnis einer leichten positiven Erregung eine verhaltensmäßige Widerspiegelung einer vorübergehenden positiven physiologischen Veränderung sein könnte“, so die Forscher.

Die Forscher machten einen wichtigen Unterschied zwischen einem „Schnauben“ und anderen Nasengeräuschen, die Pferde machen, wenn sie alarmiert oder neugierig sind.

„Das ‚Schnauben‘ ist ein sehr kurzes, raspelartiges Einatmungsgeräusch, das in einem wenig aufmerksamen Kontext erzeugt wird, z. B. bei der Untersuchung eines neuen Objekts oder Hindernisses. Es könnte auch vor dem ‚Blasen‘ erzeugt werden; das ‚Blasen‘ entspricht einem kurzen, sehr intensiven, nicht gepulsten Ausatmen durch die Nasenlöcher und wird im Allgemeinen mit Wachsamkeits-/Alarmhaltungen in Verbindung gebracht“, so die Autoren des Berichts.

„Das ‚Schnauben‘ entspricht einem mehr oder weniger gepulsten Geräusch, das durch Nasenvibrationen beim Ausstoßen der Luft erzeugt wird und im Vergleich zum ‚Blasen‘ etwas länger dauert. „

Die in der Bretagne durchgeführte Studie umfasste 48 Pferde in vier Gruppen – zwei von Reitschulen und zwei von Privatbesitzern.

Die Studie beschrieb beide Reitschulen als „durch restriktive Haltungsbedingungen gekennzeichnet“, wobei die Pferde in Ställen mit begrenztem Auslauf gehalten und 4-12 Stunden pro Woche gearbeitet wurden.

Die andere Gruppe stammte von zwei Privatbesitzern und umfasste Pferde, die unter naturnahen Bedingungen in festen Gruppen lebten und gelegentlich zum Freizeitreiten eingesetzt wurden.

Ein einziger Versuchsleiter zeichnete das Schnauben auf, und gleichzeitig wurden Daten über Verhaltens- und Haltungssignale wie die Stellung der Pferdeohren gesammelt.

Ein „chronischer Stress-Score“ wurde ebenfalls notiert, der vier Faktoren berücksichtigte: die Anzahl der aggressiven Reaktionen gegenüber dem Versuchsleiter; die Anzahl der gezeigten stereotypen Verhaltensweisen; der Prozentsatz der Zeit, die mit nach hinten gerichteten Ohren beim Fressen verbracht wurde, und der Prozentsatz der Zeit, die mit dem Gesicht zur Wand verbracht wurde.

In den beiden Reitschulpopulationen produzierten die Pferde im Durchschnitt 5,66±3,32 Schnauben pro Stunde. Die Schnaubraten unterschieden sich deutlich je nach Kontext, wobei mehr Schnauben aufgezeichnet wurde, wenn die Pferde auf der Weide waren, als wenn sie im Stall standen.

Die Pferde, die unter natürlichen Bedingungen gehalten wurden, schnaubten hauptsächlich beim Grasfressen (68,9 %) oder beim langsamen Erkundungsgang (20,1 %). In einigen Fällen wurde auch direkt nach dem Wälzen geschnaubt (5,4 %).

Die Reitschulpferde schnaubten auch am häufigsten beim Fressen: 67,3 % wurden beim Fressen von Heu im Stall und 69,6 % auf der Weide beobachtet.

Eine Korrelation wurde auch zwischen der Schnaubenproduktion und den Wohlbefindenswerten festgestellt, wobei die Stresssymptome auf der Weide abnahmen, während die Schnaubenreaktionen zunahmen. Die Reitschulpopulation, die insgesamt die höchsten Stresswerte aufwies, schnaubte auch häufiger, wenn die Stresssymptome gering waren.

„Diese Studie, die darauf abzielte, das potenzielle Interesse des Schnaubens als Indikator für positive Emotionen zu testen, hat gezeigt, dass das Schnauben mit positiveren Kontexten (auf der Weide, beim Fressen) und Zuständen (mit nach vorne gerichteten Ohren) verbunden ist und bei Pferden, die ein verändertes Wohlbefinden aufweisen, weniger häufig auftritt“, heißt es in der Studie.

„Es ist klar, dass das Schnauben nicht nur als eine einfache hygienische Funktion des Reinigens der Nüstern betrachtet werden kann, die in keinem bestimmten Kontext oder in einem bestimmten Erregungszustand zum Ausdruck kommt.

„Abschließend stellt diese Studie die Funktion des Schnaubens in Frage. Wir schlagen vor, dass es auf eine Entspannungsphase hinweist, die mit positiven Emotionen von geringer Intensität verbunden ist und daher von Pferden in einem chronisch guten Wohlfühlzustand noch stärker ausgedrückt wird“, heißt es weiter.

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Credit: G. Ashton-Coulton

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„Unsere Studie erlaubt es jedoch nicht, die hygienische Funktion des Schnaubens völlig auszuschließen, da die Staubunterschiede im Stall- und Weidekontext nicht im Detail untersucht wurden, aber die Ergebnisse zeigen, dass dies wahrscheinlich nicht die Unterschiede zwischen einzelnen Pferden erklärt.“

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