Marktbetrieb

Der größte Teil des Rohstoffhandels besteht aus Verträgen für zukünftige Lieferungen. Der Zweck des Handels mit Futures ist entweder die Absicherung gegen das Risiko von Preisänderungen (Hedging) oder die Erzielung von Gewinnen durch Spekulationen auf die Preisentwicklung. Glaubt ein Spekulant, dass die Preise steigen werden, kauft er einen Terminkontrakt und verkauft ihn zu einem von ihm gewünschten Zeitpunkt (z. B. zu einem weiter entfernten Liefertermin). Der Spekulant macht entweder einen Gewinn (wenn die Preise gestiegen sind) oder einen Verlust (wenn sie gefallen sind), wobei die Differenz auf die Preisänderung zurückzuführen ist.

Unter „Hedging“ versteht man den Ausgleich von Verpflichtungen auf dem Markt durch Terminkontrakte in tatsächlichen Werten. Ein Produzent, der eine Ware zu Spotpreisen (aktuellen Preisen) kauft, aber normalerweise erst drei Monate später wieder verkauft, kann sich gegen einen Preisverfall absichern, indem er Terminkontrakte verkauft: bei fallenden Preisen verliert er bei seinen Vorräten, kann aber zu einem niedrigeren Preis einkaufen; bei steigenden Preisen gewinnt er bei seinen Vorräten, verliert aber bei seinen Terminverkäufen. Da die Preisbewegungen auf dem tatsächlichen Markt und dem Terminmarkt eng miteinander verbunden sind, wird der Verlust (oder Gewinn) bei den tatsächlichen Transaktionen normalerweise durch einen vergleichbaren Gewinn (oder Verlust) auf dem Terminmarkt ausgeglichen.

Die Funktionsweise der Terminmärkte erfordert Waren einheitlicher Qualitätsstufen, damit die Transaktionen stattfinden können, ohne dass der Käufer die Waren selbst inspizieren muss. Dies erklärt, warum es z.B. keinen Terminmarkt für Tabak gibt, der in seiner Qualität zu stark schwankt. Dies wird in der Fachsprache als „geringe Angebotselastizität“ bezeichnet, was bedeutet, dass die Menge einer Ware, die die Erzeuger dem Markt zur Verfügung stellen, nicht wesentlich von dem Preis beeinflusst wird, zu dem sie die Ware verkaufen können. Könnte das Angebot relativ schnell an Nachfrageänderungen angepasst werden, würde die Spekulation zu schwierig und riskant, da außergewöhnlich hohe oder niedrige Preise, von denen die Spekulanten profitieren können, wegfallen, sobald das Angebot angepasst wird. Die monopolistische Kontrolle von Angebot und Nachfrage ist ebenfalls ungünstig für das Funktionieren eines Terminmarktes, da der Preis weitgehend der Kontrolle des Monopolisten unterliegt und daher wahrscheinlich nicht ausreichend schwanken wird, um dem Spekulanten die Möglichkeit zu geben, Gewinne zu erzielen. So gibt es beispielsweise keinen Markt für Diamanten, weil es nur eine einzige Vermarktungsgenossenschaft gibt. Der Londoner Schellackmarkt hat 1966 aufgehört zu funktionieren, nachdem die indische Regierung die Preise der Exporteure an der Quelle kontrolliert hat.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war London das Zentrum des internationalen Handels mit Primärgütern, aber New York City ist mindestens ebenso wichtig geworden. In diesen beiden Städten werden die internationalen Preise für viele Primärprodukte festgelegt. Obwohl New York oft den größeren Markt hat, bevorzugen viele Erzeuger den Londoner Markt wegen der starken Schwankungen der lokalen Nachfrage in den Vereinigten Staaten, die die New Yorker Marktpreise beeinflussen. In einigen Fällen haben internationale Rohstoffabkommen die Bedeutung bestimmter Rohstoffmärkte verringert.

Es gibt sowohl in New York als auch in London Märkte für zahlreiche Primärgüter, darunter Baumwolle, Kupfer, Kakao, Zucker, Gummi, Kaffee, Wolle und Wolldecken, Zinn, Silber und Weizen. Tee, Wolle und Pelze werden in London versteigert, aber bei vielen anderen Waren sind die Auktionen durch private Verkäufe ersetzt worden. In London ist der Metallmarkt viel mehr ein „Spot“- oder Liefermarkt als andere Terminmärkte. Viele Länder haben ihre eigenen Märkte: Australien für Wolle, Sri Lanka und Indien für Tee und Malaysia für Kautschuk und Zinn.

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