Neben dem Einkaufen von Trinkbechern und Kinderwagen sollten werdende Eltern eine weitere Aufgabe auf ihrer To-Do-Liste in Betracht ziehen: die Verbesserung ihrer Ehefähigkeiten.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Zufriedenheit von Paaren mit ihrer Ehe nach der Geburt des ersten Kindes einen Sturzflug macht. Schlaflose Nächte und Streit darüber, wer mit dem Windelwechseln an der Reihe ist, können einer Beziehung den Spaß nehmen.

Nun raten immer mehr Fachleute aus dem Bereich der psychischen Gesundheit Paaren, sich vor der Geburt eines Kindes beraten zu lassen, um eheliche Minenfelder wie die Aufteilung der Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit dem Baby, Geldfragen und Erwartungen an das Sexual- und Sozialleben zu beseitigen. Immer mehr Krankenhäuser, Hebammen und Doulas (Geburtsbegleiter, die körperliche und emotionale Unterstützung bieten) bieten neben Geburtsvorbereitungskursen auch Beziehungskurse an.

Ungefähr zwei Drittel der Paare stellen fest, dass die Qualität ihrer Beziehung innerhalb von drei Jahren nach der Geburt eines Kindes abnimmt, so die Daten des Relationship Research Institute in Seattle, einer gemeinnützigen Organisation, die sich auf die Stärkung von Familien konzentriert. Konflikte nehmen zu, und da wenig Zeit für Gespräche unter Erwachsenen und Sex bleibt, kann sich eine emotionale Distanz entwickeln.

Männer und Frauen erleben diese Verschlechterung unterschiedlich: Die Zufriedenheit von Müttern in ihren Ehen sinkt sofort, bei Männern verzögert sich der Rückgang um einige Monate. Hormonelle Veränderungen, die körperlichen Anforderungen der Geburt und des Stillens sowie ein abrupter Wechsel von der Arbeitswelt zum Leben zu Hause mit einem Säugling können dies erklären, sagt Renay Bradley, die Leiterin der Forschungs- und Programmabteilung des Relationship Research Institute.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.